Montag, Oktober 21, 2019

Kurz und knapp – Was ist Neufund?

 

Neufund ist eine Plattform, auf der Firmenfinanzierungen mit Hilfe von Kryptowährungen stattfinden sollen. Die Plattform basiert auf der Blockchain-Technologie und soll im wirtschaftlichen Besitz der Community sein, die auf der Plattform agiert. Auf der Plattform sollen sowohl professionelle, als auch private Investoren mit Hilfe von Kryptowährungen Anteile von etablierten Firmen und Startup-Projekten erwerben können. Diese Firmenanteile sind in Form von Blockchain-Tokens abgesichert.

 

Das Ziel von Neufund ist es, den Investment-Prozess und die darauf folgende Interaktion zwischen Firmen und ihren Investoren, bzw. Anteilseignern, maßgeblich zu vereinfachen. Firmen, die bisher nicht in die Blockchain-Technologie integriert sind, aber etwas von dem dort angesiedelten Kapital haben wollen, bekommen über Neufund Zugang dazu. Investoren können auf stark vereinfachte Weise ihre Krypto-Vermögenswerte, aber auch Fiat-Geld in diese Firmen stecken. Beide Parteien können dann über ein Interface, dass die Plattform von Neufund zur Verfügung stellt, miteinander in Interaktion treten.

 

Firmen, die sich über die Neufund-Plattform finanzieren wollen, erstellen auf der Plattform tokenisierte Firmenanteile, sogenannte equity tokens. Diese technisch verbesserten Equivalente zu traditionellen Firmenanteilen werden dann von den Firmen auf der Plattform in sogenannten ETOs (Equity Token Offerings) an Investoren verkauft. Wenn Investoren diese Tokens erworben haben, bekommen sie damit alle Rechte, bzw. Funktionen, die ihnen der Token ermöglicht. Das kann zum Beispiel ein Stimmrechtanteil für Entscheidungen innerhalb der Firma sein, oder ein gewährleisteter Zahlungsfluss von späteren Gewinnanteilen der Firma. All diese Funktionen können dann über das Dashboard, welches Neufund auf seiner Plattform anbietet, von den Token-Inhabern und der Firma genutzt werden. Die Funktionen der Tokens laufen dabei automatisiert mittels Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain ab, auf der die Neufund Plattform läuft.

 

Neufund selbst ist ebenfalls als eine true token economy designed. Das heißt, das in einem ersten ICO Tokens verkauft wurden, sogenannte NEUmarks, die den Besitzern einen ökonomischen Besitz an der Firma geben. Die Firmenleitung, Verwaltung und Steuerung obliegt aber weiterhin dem Gründerteam. Die NEUmark-Tokens gewähren den Besitzern aber Rechte an Gewinnausschüttungen, die über die Plattform generiert werden. Bei jeder Einzahlung von Kapital auf die Plattform bekommt der Investor im Gegenzug NEUmarks und wird Anteilseigner an der Neufund-Plattform.

Zahlen und Fakten zu Neufund:

 

Sitz: Berlin, Deutschland

Validierung: Traditionelle Firmenstruktur, über den Token eignet man sich jedoch wirtschaftlichen Besitz der Firma an, der einem Umsatzanteile gewährt.

Token: NEUmark

Läuft auf der Ethereum-Blockchain

Token Fähigkeit:

  • Schüttet Gewinne in Form von Ethereum und neu generierten Firmenanteilen aus.

Maximale Anzahl: 1,5 Milliarden

Im Umlauf nach dem ICO: 53 Millionen

Token-Generierung: Bei jeder Einzahlung von Kapital in die Neufund-Plattform werden NEUmarks erzeugt und dem Kapitalgeber gutgeschrieben. Die Anzahl skaliert sich dabei immer weiter nach unten.

ICO Preis: 6,5 Token für 1 Euro

Derzeitiger Preis:

Gelistet: Idex, Etherdelta, Liqui

Neufund im Detail

Neufund will ein Dienstleister für Firmen und für Investoren sein und stellt eine Plattform zur Verfügung, die es beiden Parteien ermöglichen soll, miteinander zu interagieren.

 

Wie können Firmen Neufund nutzen?

 

Firmen können Neufund also als Dienstleister nutzen, um sich Investoren zu suchen, die Kapital in die Firma einbringen. Mittels der Neufund-Plattform können sie ihre Firma „tokenisieren“, also auf der Blockchain basierte Tokens erstellen, die ihre Firma repräsentieren. Diese Tokens können sie dann an Interessierte verkaufen (in einem „Equity Token Offering“ [ETO]). Das kann man sich dann wahrscheinlich so ähnlich vorstellen, wie auf einer Startup-Plattform, die für ihr Projekt wirbt und Gelder einsammeln will, nur eben über eine Blockchain-basierte Plattform. Die Token-Ausgabe, also der Tausch Währung gegen Tokens wird über einen Smart Contract abgewickelt, der die Beschaffenheit des Tokens genau festlegt.

 

Die Tokens werden also mit bestimmten „Fähigkeiten“ ausgestattet, also zum Beispiel Rechte an Gewinnausschüttungen, die die Firma in Zukunft erwirtschaftet, oder auch Stimmrechte bei Entscheidungen, die die Firma trifft. Welche Rechte ein jeweiliger Token im Detail ermöglicht, muss jede Firma für sich entscheiden und dann im Smart Contract festlegen. Es muss sich aber natürlich an Recht und Gesetz des deutschen Staates gehalten werden. Das Neufund-Team betont stark, dass sie sich vor ihrer Firmengründung genau abgesichert haben und ihr Konzept zu hundert Prozent legal ist.

 

Diese Rechte, die der Token gewährt, werden automatisiert über die Ethereum-Blockchain ausgeführt. Als Beispiel: 10% des Firmenumsatzes werden jährlich an alle Token-Besitzer ausgeschüttet. Das passiert dann ganz automatisch, weil es im Smart Contract so festgelegt ist. Oder: Die Firma will ein Projekt umsetzen. Es wurde vorher festgelegt, dass Token-Besitzer darüber mitentscheiden können. Die Abstimmung wird ins System eingegeben, der Token erstellt anhand des vorher festgelegten Smart Contracts daraufhin automatisch einen „Abstimmungstoken“ oder ähnliches und der Token-Besitzer kann ihn verwenden, um abzustimmen. Diese Prozesse würden dann alle über das Dashboard der Neufund-Plattform ausführbar sein. Dies sind nur theoretische Beispiele, was mit der Smart Contract Technologie möglich wäre, umsetzen muss dies jede Firma für sich.

 

Wie können Investoren Neufund nutzen?

 

Als Investor kann man Neufund nutzen, um über einen sehr viel einfacheren Weg, als in der traditionellen Finanzwelt in Projekte zu investieren. Neufund bietet an, direkt mittels Kryptowährungen (Bisher Ethereum, ob noch mehr Möglichkeiten kommen, weiß ich bisher nicht), oder auch mit Fiat-Geld in die Firmen zu investieren.

 

Man investiert also entweder direkt mit Ethereum in die Firma von Interesse, oder man überweist Fiat-Geld an Neufund. Das Geld wird dann tokenisiert und stellt also innerhalb der Plattform eine digitale Repräsentation des eingezahlten Fiat-Geldes dar und kann in die Firmen auf der Plattform investiert werden. Das tokenisierte Geld kann nur auf der Neufund-Plattform verwendet werden. Stand jetzt soll das mit Euro möglich sein (Wahrscheinlich werden andere Währungen, zB Dollar in Euro umgerechnet).

 

Man bezahlt also mit Kryptowährungen, oder mit (tokenisiertem) Fiat-Geld und erhält dafür (tokenisierte) Firmenanteile.

NEUmark – wie funktioniert der Neufund-Token?

 

Neufund hat einen eigenen Token, den sogenannten NEUmark, der einen wirtschaftlichen Besitz der Firma darstellt. Man hat mit diesem Token kein Mitspracherecht an der Firma Neufund, aber man bekommt Rechte an Umsatzausschüttungen, die auf der Neufund-Plattform erwirtschaftet werden.

 

In einem ersten ICO hat Neufund eine erste Welle der Tokens an Investoren verkauft. Bei dem ICO wurden 53 Millionen der insgesamt 1,5 Milliarden Tokens ausgegeben. Die Tokens konnten mit Ethereum erworben werden. Das gesammelte Ethereum ist als Kapital in die Plattform eingeflossen und soll dort, sobald die Plattform gelauncht wird, in Firmen investiert werden können.

 

Die NEUmarks bilden einen ökonomischen Kreislauf, der alle Teilnehmer auf der Plattform verbindet. Wenn Kapital in die Plattform einfließt und in eine Firma investiert wird, dann wird eine Menge an NEUmarks generiert, abhängig von der Menge des Kapitals, und dem Kapitalgeber gutgeschrieben.

 

Gleichzeitig wird beim Vorgang des Investierens in eine Firma eine Gebühr abgezogen. Diese Gebühr wird an alle, die bereits NEUmarks besitzen, ausgeschüttet. Der Anteil der Gebühr, den man bekommt, ist abhängig von der Menge an NEUmarks, die man besitzt.

 

Der neue Investor bekommt für sein hergegebenes Kapital also ersteinmal NEUmarks und auch die Menge an Firmenanteilen, die er gekauft hat (in Form von Tokens). Von den Firmenanteilen, die der neue Investor erworben hat, wird ebenfalls eine Gebühr abgezogen. Diese Gebühr wird auch an alle NEUmark-Besitzer aufgeteilt.

Das heißt also, dass alle, die auf die Plattform kommen, automatisch in einem ökonomischen Kreislauf miteinander verbunden werden. Wenn man neu reinkommt und ein Investment tätigt, bekommt man NEUmark und wird somit auch Teilhaber der gesamten Neufund-Plattform. Jeder Teilhaber der Plattform bekommt einen Teil des erzeugten Umsatzes, in Form von Gebühren.

 

Die Menge an NEUmarks, die generiert werden, nimmt stetig ab. Bei der ersten Ausgabe wurden für einen Euro 6,5 Tokens erzeugt. Je mehr Geld bereits in die Plattform geflossen ist, desto weniger Tokens werden also generiert, bis das ganze System sich soweit an die Obergrenze von 1,5 Milliarden Tokens angenähert hat, das defacto keine Tokens mehr generiert werden.

 

Neufund selbst will sich finanzieren, indem Gebühren von den Firmen genommen werden, für die Dienstleistungen, die die Plattform bietet und für die generelle organisatorische Hilfe bei der Realisierung des jeweiligen Projektes. Desweiteren soll ein Teil aller generierten Equity Tokens auf der Plattform als ein Fond zusammengefasst und gehalten werden, um damit in Zukunft Gewinne zu machen.

 

Was bietet Neufund für Möglichkeiten?

 

Neufund macht es zum einen für Firmen möglich, in den Krypto-Markt einzusteigen und an das Kapital zu gelangen, welches darin steckt, ohne dass sie bereits auf technischer Ebene mit der Blockchain-Technologie verbunden sind. Durch Neufund können Firmen sich also in die Blockchain-Technologie vernetzen und so einfacher an Investoren gelangen und einfacher, effizienter und kostengünstiger mit ihnen interagieren, sei es bei der eigentlichen Finanzierungsphase oder auch danach. Die Equity Token sind im Grunde technisch verbesserte Wertpapiere, die mehr Funktionen haben, als ihre traditionellen Equivalente aus der traditionellen Finanzwelt.

 

Zum anderen ist es auch für Investoren einfacher, in Firmen zu investieren, da die Technologie es auch für sie einfacher, effizienter und kostengünstiger macht. Die Hürden sind so viel geringer und nicht nur professionelle Anleger und Großinvestoren, sondern auch Privatpersonen mit weniger Kapital haben so die Möglichkeit, in den Markt einzusteigen.

 

Desweiteren schafft Neufund durch das Ermöglichen von „tokenisiertem“ Fiat-Geld eine Brücke zwischen den Parteien, die bereits in der Blockchain-Technologie sind, und denen, die „off-chain“ agieren. Es ist also kein Zwischenschritt mehr nötig, um zu investieren, das heißt, dass man sein Kapital nicht erst in Kryptowährungen umwandeln muss, das übernimmt dann Neufund.

 

Was sind die Risiken?

 

Der Kryptomarkt an sich ist ein Risiko. Das Konzept von Neufund ist durchdacht, aber wenn das Konzept der Kryptowährungen an sich scheitert, dann funktioniert auch das Konzept von Neufund nicht mehr, dessen muss man sich bewusst sein. Auch Sicherheitslücken sind eine Gefahr, sowohl auf der Plattform selbst, als auch beispielsweise bei Ethereum, auf dessen Blockchain das Neufund-Projekt läuft.

 

Eine weitere Unbekannte ist die potentielle Gefahr von künftigen Regulierungen durch den Staat. Es ist gesetzlich noch nicht genau geklärt, wie zum Beispiel das Besteuern von solchen erzeugten Gewinnen, wie sie über die Neufund-Plattform generiert werden könnten, funktioniert. Auch generelle Regulierungen von Kryptowährungen könnten die Funktionen und Prozesse auf der Plattform massiv einschränken oder sogar komplett unmöglich machen. Das Team hinter Neufund gibt an, sich über diese Sachen Gedanken gemacht und sich genau abgesichert zu haben und die Wahl von Berlin, Deutschland als Sitz ihrer Firma hatte laut eigener Aussage auch etwas mit diesem Thema zu tun.

 

Meine Meinung:

 

Neufund beschreibt sich selbst als „the new way to fund ventures“. Das Projekt könnte, wenn es sich durchsetzt, tatsächlich die Art und Weise revolutionieren, wie Firmen gegründet werden und wie sie mit ihren Investoren interagieren.

 

Ganz spannend und wirklich entscheidend wird meiner Meinung nach sein, wie das Dashboard letztendlich umgesetzt wird. Die Grundidee mag so gut sein, wie sie will, wenn das Dashboard nicht möglichst einfach, benutzerfreundlich und technisch einwandfrei läuft, wird die Idee nicht umsetzbar sein. Das Team von Neufund und das ganze Projekt machen aber den Eindruck, als müsste man sich darüber nicht wirklich Sorgen machen und als hätten sie einen genauen Plan. Es ist anzunehmen, dass das ganze Konzept bereits lange vorher geplant und bereits umgesetzt ist.

 

Zum Thema Regulierungen: Das generelle Risiko von möglichen Problemen durch staatliche Regulierungen ist da, wie immer bei Kryptowährungen, inwiefern es eine akute Bedrohung für Neufund ist, kann ich nicht beurteilen. Ich vertraue da auf das Team und dass sie sich bezüglich dieser Sache so gut wie zum jetzigen Stand möglich abgesichert haben.

 

Die Plattform soll Stand jetzt im Februar launchen und ein erstes ETO bereits im Frühling 2018 starten und als Praxistest fungieren. Ich habe in die Firma investiert und bin wirklich sehr gespannt was die Zukunft bringen wird.

 

Alle Infos, wie zum Beispiel das White Paper oder Referenzen der einzelnen Team-Mitlgieder findet ihr auf der Seite des Projektes: www.neufund.org

 

Anmerkung:

 

Die Informationen, die in diesem Beitrag stehen, sind anhand meiner Recherche und meines Verständnisses der Firmenidee entstanden. Ich kann nicht hundertprozentig versichern, dass ich das Firmenkonzept im kleinsten Detail verstanden habe und kann daher auch nicht versichern, dass die von mir gemachten Erklärungen komplett richtig sind. Ich kann jedoch versichern, dass ich meine Recherche nach bestem Wissen und Gewissen betrieben habe und mir sehr viele verschiedene, auch möglichst negative, Meinungen zu diesem Projekt angesehen habe, um eine differenzierte Meinung über das Projekt zu erhalten. Ich gebe generell keine Investmentempfehlung. Solltet ihr in Erwägung ziehen, in dieses Projekt zu investieren, nehmt diesen Artikel gerne als Anhaltspunkt, um euch eine Meinung zu bilden, schaut euch jedoch auch genau die Firma an, lest das Whitepaper und holt euch so viele verschiedene Meinungen wie möglich ein, auch bei anderen Medien. lest euch gerne auch noch einmal meine generellen Investment-Regeln durch.

Tags: , , , , ,
Der Autor dieses Blogs.

0 Comments

Leave a Comment

%d Bloggern gefällt das: