Montag, August 19, 2019

Die Kryptowährung Litecoin ist soetwas wie der kleine Bruder des Bitcoin. Technisch sind die beiden Coins fast identisch, da Litecoin auf dem selben Quellcode basiert wie Bitcoin, doch mit ein paar kleinen Änderungen, die eine Verbesserung für die Probleme liefern sollen, mit denen Bitcoin seit jeher zu kämpfen hat.

Ursprung

Litecoin ist am 7. Oktober 2011 aus einer Hardfork von Bitcoin entstanden. Entwickler des Litecoin ist der ehemalige Google-Mitarbeiter Charlie Lee, der unter anderem auch seit den Anfängen an der Exchangeplattform Coinbase gearbeitet hat.

Litecoin im Detail

Litecoin basiert auf dem selben Quellcode wie Bitcoin, hat aber einige Unterschiede. Während Bitcoin auf dem SHA256 Miningalgorythmus basiert, benutzt Litecoin den Scrypt-Algorythmus.

Scrypt-Algorythmus

  • Sehr speicherintensiv, daher gut auf PC´s und Grafikkarten zugeschnitten – so hat theoretisch jeder Zugang zum LTC-Mining
  • Blöcke werden alle 2,5 Minuten gemined
  • Anzahl erzeugter Coins halbiert sich alle 4 Jahre (das ist beim Bitcoin genauso)

Durch die höhere Blockerzeugung wird es maximal 84 Millionen Litecoins geben, also viermal mehr als Bitcoin. Auch die Transaktionsgeschwindigkeit wird dadurch erhöht, da die Transaktionen durch die schnellere Blockerzeugung auch schneller bestätigt werden.

Wenn man den Bitcoin als digitales Gold betrachtet, dann kan Litecoin gut als Silber bezeichnet werden. Es gibt mehr davon und es kann etwas einfacher erzeugt werden, es ist damit aber auch weniger wert als Bitcoin/Gold. Genau das ist aber laut Erfinder Charlie Lee auch die Absicht: Laut Aussage von Lee sieht er Litecoin nicht als Bitcoin-Konkurrenten, sondern eher als Ergänzung.

Durch die zentralisierte Betreuung des Coins durch den der Öffentlichkeit bekannten Erfinder und dem dahinterstehenden Entwicklerteam ist es bei Litecoin etwas einfacher Neuerungen einzuführen. Die Community arbeitet größtenteils einvernehmlich zusammen und orientiert sich auch an den Aussagen der Entwickler. Das Segwit-Update ist beispielsweise bereits vollständig integriert und man geht davon aus, dass das kommende Lightning-Network sehr schnell in das Litecoin-System integriert wird.

Charlie Lee

Der Erfinder des Litecoin ist sehr bekannt in der Krypto-Szene, da er sehr aktiv in der Community-Betreuung seines Coins ist und sich mittlerweile hauptberuflich mit der Weiterentwicklung von Litecoin beschäftigt.

Er hat Computerwissenschaften am MIT studiert und viele Jahre als Software-Entwickler gearbeitet, unter anderem bei Google, wo er an Projekten wie Play Games, YouTube Mobile, und Chrome OS gearbeitet hat. Er hat auch fünf Jahre lang bei der Exchange Coinbase gearbeitet und diese mit aufgebaut.

Durch seine Community-Arbeit hat er Litecoin sehr vorangebracht, wird aber auch teilweise für seine Tweets kritisiert. Es gab unter anderem den Vorwurf der Preismanipulation da er als Erfinder von Litecoin und Besitzer von einer hohen Zahl an Coins ein persönliches Interesse am Wert des Coins hat. Lee hat auf diese Kritik reagiert und nach eigener Angabe alle seine LTCs verkauft, bzw. gespendet.

Meine Meinung:

Ich habe Litecoin schon einige Male benutzt, vor allem um an Altcoins zu kommen, die es nur auf kleinen Exchanges gibt und die nicht mit BTC oder ETH zu kaufen waren. Bisher hat immer alles einwandfrei funktioniert. Den Ansatz der Community und der Entwickler, dezentraler als Bitcoin zu sein, vor allem im Bezug auf die Verteilung der Mining-Power, finde ich gut, wie der Grad der Dezentralität bei LTC aussieht und ob er wirklich besser ist, als beim Bitcoin, kann ich allerdings nicht wirklich beurteilen.

Aus Sicht der Führungsrolle durch Charlie Lee ist der LTC in dem Sinne stärker zentralisiert als der Bitcoin, da Lee das ganze Projekt vorantreibt und großen Einfluss in der Community hat. Dessen muss man sich bewusst sein, ich persönlich sehe da aber keine große Gefahr, da Lee den Coin von Anfang an mit dem Ansatz konzipiert hat, einen dezentraleren Coin zu erschaffen, als es bei Bitcoin der Fall ist. Ein der Öffentlichkeit bekanntes Entwickler-Team und eine dadurch entstehende, zentralisiertere „Projektführung“ hat auch viele Vorteile, da somit Neuerungen und Updates schneller umgesetzt werden können. In der Realität kann man das beim Litecoin sehr gut sehen.

In einem Interview mit TenX-Co-Founder Julian Hosp hat Charlie Lee gesagt, dass er sich zur Unterstützung einer stärkeren Dezentralität von Litecoin vorstellen könnte, weiter von dem Projekt abzurücken. “For a currency to really be … a worldwide decentralized currency, you can’t have … a real leader who’s trying to control things, so to make it more decentralized, eventually I would step away.”

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